THERMOSELECT Vivera Verfahrensbeschreibung Das THERMOSELECT-Verfahren gewinnt aus Hausmuell, Gewerbemuell, Industriemuell und Sondermuell in einem unterbrechungslosen Recyclingprozess durch Hochtemperaturvergasung der organischen Abfallbestandteile und Direkteinschmelzung der anorganischen Komponenten ein Synthesegas, wertvolle Mineralwoll-Produkte, eisenreiches Metall und Schwefel. In der Prozeßwasserbehandlung entstehen reines Wasser und als Nebenprodukte Salz und Zinkkonzentrat. Im Gegensatz zu anderen thermischen Verfahren sind keine Aschen, Schlacken oder Filterstäube aufwendig zu deponieren oder nachzubehandeln. Im ersten Verfahrensschritt wird der Abfall unvorbehandelt einer Presse zugeführt, in welcher er verdichtet, Flüssigkeitsreste verteilt und Luftreste herausgepresst werden (Entfernung des Stickstoffballastes). Mit hoher Presskraft werden aus Abfall gasdichte Pfropfen geformt und unter Luftabschluss in einen Entgasungskanal gepresst. Mit zunehmender Erwärmung werden die Abfälle getrocknet, organische Bestandteile entgast und nach einer Verweilzeit von mindestens einer Stunde unterbrechungslos einem Hochtemperaturreaktor zugeführt. Der durch Entgasung gewonnene Kohlenstoff und kohlenstoffhaltige Verbindungen werden unter dosierter Zugabe von Sauerstoff bei Temperaturen bis zu 2000°C im wasserdampfreichen Milieu vergast. Folgende exotherme Reaktionen führen zu Kohlenmonoxid und –dioxidbildung. C + ½ O2 ==> CO C + O2 ==> CO2 2CxHy + (2X+Y/2) O2 ==> 2X CO2 + Y H20 Simultan findet die endotherme Boudouard-Reaktion statt C + CO2 ==> 2CO sowie ebenfalls endotherme Wassergasreaktionen z.B. C + H2O ==> H2 + CO CxHy + X H2O ==> (X+Y/2) H2 + X CO Bei Verweilzeiten von mindestens 2 Sekunden und Gastemperaturen über 1200°C werden chlorierte Kohlenwasserstoffe, Dioxine und Furane sowie andere organische Verbindungen sicher zerstört. Die Hauptbestandteile des entstehenden Synthesegases sind kleinstmögliche Moleküle (H2, CO, CO2, H2O). Durch anschließendes schockartiges Kühlen des Synthesegases von 1200°C auf unter 90°C mit Wasser wird eine Neubildung von chlorierten Kohlenwasserstoffen verhindert. Das Synthesegas durchläuft eine mehrstufige Reinigung, in der die Schadstoffe absorbiert beziehungsweise kondensiert werden. Danach steht das Synthesereingas als Energieträger oder als Rohstoff – beispielsweise für die Synthese chemischer Grundstoffe wie Methanol – zur Verfügung. Die anorganischen metallischen und mineralischen Bestandteile werden im Hochtemperaturreaktor bei Temperaturen bis zu 2000°C eingeschmolzen. Die Schmelze wird in einem an den Hochtemperaturreaktor angeschlossenen Kanal homogenisiert. Es entstehen bei ca. 1600°C zwei stabile Schmelzen (mineralische und metallischel). Die homogenisierte metallische Schmelze, die ca. 5% ausmacht, wird anschliessend im Wasserbad schockgekühlt und granuliert. Die eisenhaltigen Metalle sind in der Metallurgie einsetzbar. Die homogenisierte mineralische Schmelze (ca. 95% der gesamten anorganischen Schmelze) verlässt den Reaktor über ein gasdichtes Siphon und steht anschliessend in der flüssigen, energiereichen Form zur Mineralwoll-Herstellung zur Verfügung. Die chemische Zusammensetzung der mineralischen Thermoselect-Schmelze entspricht dem nätürlichen Gestein Basalt. Das aus der Müllfeuchte und den Vergasungsreaktionen stammende Prozesswasser wird aufbereitet und anschliessend prozessintern als Kühlwasser genutzt. Salz, Zinkkonzentrat und Schwefel sind industriell wiederverwertbar. Alle bei den Reinigungsabschnitten anfallenden Zwischenprodukte werden in den thermischen Stoffwandlungsprozess zurückgeführt.